12. März 2016

...und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen!

Artikel: Sven Fricke

Text: Matthäus 6:13

Topic: Gottes Souveränität, Prüfung, Versuchung



Neulich in einer unserer Gebetsversammlungen beteten wir auch das "Vater unser" und jemand fragte, was es mit den letzten Worten dieses Gebets auf sich hat,- "und führe uns nicht in Versuchung".

Denn so sagte die Person: "Gott versucht doch niemanden". 

Ich finde, dass es eine berechtigte Frage ist und ich bin immer wieder dankbar wenn sich Menschen ernsthaft mit Gott und seinem Wort auseinander setzen. Wir wollen also hier einmal das Wort Gottes betrachten um erkennen zu können was Gott uns sagen will. Gottes Wort ist die erste und beste Quelle um Fragen zu dem selben zu beantworten.

"Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen..."

 

Jakobus 1:13 sagt: Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand.

Das ist wahr,... Aber Gottes Wort erzählt uns auch das Jesus von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt wurde, um von dem Teufel versucht zu werden - Matthäus 4:1

Wir sehen hier das Gott nicht "Versucht",- Gott bringt keine bösen, verführerischen Sehnsüchte in unser Herz (denn er selbst kann nicht zum bösen versucht werden) - aber er leitet [führt] uns Schritt für Schritt hinein in eine Menge Versuchungen als Prüfung. Vom HERRN sind die Schritte des Mannes [bestimmt]; und der Mensch, wie sollte er seinen Weg verstehen?  -  Sprichwörter 20:24

Ist es nicht so, dass jeder einzelne unserer Schritte immer ein Schritt mehr im Angesicht von Versuchung und Verführung ist? Es vergeht kein Augenschlag an dem wir nicht immer und immer wieder die Möglichkeit des Ungehorsams und des Unglaubens gegenwärtig spüren. Das Gebet unseres Herrn ist kein Gebet gegen Gottes Souveränität im leiten und führen seiner Kinder, es ist ein Gebet, dass zum Ausdruck bringt, wie sehr wir die verführerische Kraft der Sünde fürchten und uns wünschen, in mitten der Verführung [Prüfung], von Gott vor ihr bewahrt zu werden. Wer wahrhaftig die Gewissheit der Vergebung für vergangene Sünden hat, der wird sich auch bemühen, in Zukunft Sünde zu vermeiden. So sieht die Herzenshaltung der wahren Gläubigen aus, die so gelehrt werden zu beten.

Es gibt beim Betrachten dieser Schriftstelle sicherlich einige Schwierigkeiten im Verständnis darüber wie Gott sein Volk führt und unseren Glauben dabei auf die Probe stellt. Wir lesen diesbezüglich etwas sehr interessantes im Wort Gottes.

5. Mose / Dtn 13:2-4 - Wenn in deiner Mitte ein Prophet aufsteht oder einer, der Träume hat, und er gibt dir ein Zeichen oder ein Wunder, 3 und das Zeichen oder das Wunder TRIFFT EIN, von dem er zu dir geredet hat, indem er sagte: "Laß uns anderen Göttern- die du nicht gekannt hast- nachlaufen und ihnen dienen!", 4 dann sollst du nicht auf die Worte dieses Propheten hören oder auf den, der die Träume hat. DENN DER HERR, EUER GOTT, PRÜFT EUCHum zu erkennen, ob ihr den HERRN, euren Gott, mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele liebt.

Hier sehen wir ganz klar und unmissverständlich wie Gott uns prüft um unseren Glauben auf die Probe zu stellen. Dies ist keine veraltete Lehre des Alten Testaments,- im Neuen Testament lesen wir ebenfalls davon.

1. Petrus 1:6-7 - Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, 7 damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi;

HIER GIBT ES ETWAS SEHR WICHTIGES, DASS ES ZU BEACHTEN GILT,- es ist das MOTIV GOTTES.

"damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes"

Als unser Vater tut Gott alles aus seiner Liebe zu uns und seine Prüfungen dienen dazu, um unseren Glauben [wertvoller als feines Gold] auf die Probe zu stellen. Unser Glaube ist die Verbindung zu Gott und so wichtig das ihm ein ganzes Kapitel im Wort Gottes gewidmet wird. Hebräer 11 Ohne Glauben ist es unmöglich Gott wohl zugefallen, denn wer zu Gott kommt muss glauben... Hebräer 11:6 Kein Wunder, dass Gott alles in unserem Leben tut um unseren Glauben zu stärken, zu reinigen, und zu erproben. Oftmals dient dieses erproben auch dazu um uns Dinge zu offenbaren, die diesen kostbaren Glauben verunreinigen können wie u.a. unsere eigene Herzenshärte, unsere Falschheit, falsche Herzenshaltungen und Stolz. Ist es nicht erstaunlich das gerade Petrus uns diese göttliche Wahrheit über "Versuchungen als Probe Gottes für den Glauben" offenbart? Es war genau das, was einem Petrus widerfahren musste als er sich in seinem Stolz und Hochmut versündigte als Jesus zu ihm sagte: Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben:"Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden." - Matthäus 26:31

Jesus sagte, dass die Schrift erfüllt werden würde indem die Schafe der Herde zerstreut würden. Petrus hingegen entgegnete Jesus voller Hochmut: Wenn sich alle an dir ärgern werden, ich werde mich niemals ärgern. - Matthäus 26:33

Mit überaus großem Hochmut meint Petrus hier eine hervorgehobene Position einnehmen zu können. Es ist wie in dem Gleichnis des Zöllners und des Pharisäers die zu Gott beten. Lukas 18:10-14

Jesus sagt ganz klar, dass jeder, der sich selbst erhöht, erniedrigt werden wird; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Dieses können wir hier bei Petrus sehen, der sich selber erhöht indem er sagt: Wenn sich alle an dir ärgern werden, ich werde mich niemals ärgern,- ICH NICHT.

Diesen Hochmut lässt Jesus nicht zu und erniedrigt Petrus sofort indem er ihn voraussagt das gerade er, seinen Herrn und Meister verleugnen wird.

"Und führe uns nicht in Versuchung..." War es nicht genau das was Petrus hätte beten sollen als er in die Vorhalle des Hohepriesters eintrat und in Versuchung geriet und schändlich versagte als er seinen Herrn und Meister Jesus verleugnete. War es nicht genau das, was unser Herr Jesus auch seinen Jüngern klar machen wollte als er im Garten Gethsemane zu ihnen sprach:  "Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet"? (Mt 26:41).

Bleibt für uns zu erkennen, dass Gottes "versuchen" keine Versuchung der Sünde zum Tode ist, sondern ein liebevolles erproben unseres Glaubens und ein gnadenvolles zurechtbringen seiner Kinder wenn sie sich in falschen Herzenshaltungen verstrickt haben.

Der Herzensschrei wahrer Gotteskinder,- indem sie rufen: "Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen" ist ein demütiges anerkennen unserer eigenen Schwachheit und ein verzweifeltes "Klammern an Gott" als einzige Hoffnung für die Erlösung von dem Bösen. 

Ja Herr, führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen,- an deiner Hand wollen wir sicher gehen!


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Hartwig Henkel