31. Januar 2017

Tattoos im Kontext der Bibel

Artikel: Sven Fricke

Text: 3. Mose / Levitikus 19:28

Topic: Tattoos, Heiligung 



Zu aller erst möchte ich sagen, dass dieser Artikel kein "mit dem Finger zeigen auf andere" sein soll. Egal welches Fazit der jeweilige Leser dieses Artikels auch aus den folgenden Zeilen ziehen mag,- jeder Mensch ob mit oder ohne Tattoo ist in unserer Gemeinde herzlich willkommen, geschätzt und geliebt. Als Gemeinde und auch als Christen im alltäglichen Leben wollen wir den Menschen als ganzes sehen und ihn nicht auf sein äußeres reduzieren.

Dieser Artikel soll viel mehr eine biblisch fundierte Hilfe und ein kleiner Leitfaden für alle sein, die als Christen vor der Frage nach einem Tattoo stehen.


Das Thema Tätowierungen ist unter Christen immer wieder ein beliebtes Thema für heiße Diskussionen. Doch leider wird das Thema im Blick auf den Glauben und auf Gottes Wort all zu oft nur sehr einseitig auf Gebot oder Verbot reduziert.

Ich denke jedoch dass es dabei um viel mehr als um das beachten und einhalten von Verboten oder Geboten alleine geht. Es ist schon richtig dass die Referenzstellen  zu diesem Thema im 3. Mose 19:28 und  5. Mose 14:1 sind.

3. Mose/Levitikus 19:28 Und einen Einschnitt wegen eines Toten sollt ihr an eurem Fleisch nicht machen; und geätzte (tätowierte) Schrift sollt ihr an euch nicht machen. Ich bin der HERR.

5. Mose/Deuteronimum 14:1 Ihr seid Kinder für den HERRN, euren Gott. Ihr dürft euch nicht wegen eines Toten Schnittwunden beibringen und euch nicht zwischen euren Augen kahlscheren.

Und auch wenn es auf den ersten Blick nicht unbedingt so aussieht, aber diese Schriftstellen sagen uns das Tattoos für Christen nicht erlaubt sind.

Es mag dort wohl nicht unbedingt wortwörtlich so stehen,- und man findet auch das Wort Tattoo nicht in diesen Schriftstellen...

...wenn man jedoch den Kontext betrachtet, in dem diese Schriftstellen geschrieben stehen, wird man schnell erkennen dass Tattoos nichts für wahre Kinder Gottes sind.

Der Kontext um diese Schriftstellen herum spricht von Gottes Anweisungen für das Volk Israel als ein heiliges und abgesondertes Volk.

Immer wieder hat Gott geboten, dass sein heiliges Volk keine Gemeinschaft haben soll mit allen umliegenden heidnischen Ritualen und Praktiken. Gott hat sein Volk vor den Einflüssen heidnischer Praktiken und Rituale gewarnt, und ihnen gesagt dass daraus Götzendienst und ein Abfall von dem lebendigen Gott folgen.

So lesen wir beispielsweise in:

2. Mose/Exodus 34:11-16 Beachte genau, was ich dir heute gebiete! Siehe, ich will vor dir die Amoriter, Kanaaniter, Hetiter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter vertreiben. 12 Hüte dich, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommen wirst, einen Bund zu schließen, damit sie nicht zur Falle werden in deiner Mitte! 13 Vielmehr sollt ihr ihre Altäre niederreißen, ihre Gedenksteine zertrümmern und ihre Ascherim ausrotten. 14 Denn du darfst dich vor keinem andern Gott anbetend niederwerfen; denn der HERR, dessen Name "Eifersüchtig" ist, ist ein eifersüchtiger Gott. 15 Daß du [ja] keinen Bund mit den Bewohnern des Landes schließt! [Denn] dann könnte man dich einladen, und du könntest, wenn sie ihren Göttern nachhuren und ihren Göttern opfern, von ihren Schlachtopfern essen. 16 Und du könntest von ihren Töchtern für deine Söhne [Frauen] nehmen, und [wenn dann] ihre Töchter ihren Göttern nachhuren, könnten sie deine Söhne dazu verführen, ihren Göttern nachzuhuren.

               

Es geht hier also ganz klar darum, dass Gottes auserwähltes Volk ein Volk sein soll, dass für Gott als Eigentumsvolk lebt.

Gottes Volk soll sich für Gott von heidnischen Kulturen, Ritualen und Gebräuchen absondern um dieser Dinge nicht teilhaftig zu werden. Diese Anweisungen zur Absonderung finden wir auch ganz klar im neuen Testament unter dem Begriff der "Heiligung".

Das neue Testament spricht ganz deutlich davon, dass Christen durch ihre Zugehörigkeit zu Jesus Christus "anders" Leben sollen als es eine gottlose Gesellschaft gegenwärtig tut. Gottes Volk soll keinen Anteil und keine Gemeinschaft mehr mit den Werken der Finsternis haben sondern auf der anderen Seite Licht und Salz in einer verlorenen Welt sein. Dieses beeinflusst natürlich auch die Art und Weise wie Gottes Volk im Hinblick auf Kleidung, Schmuck, Gewohnheiten und Neigungen lebt.

Es geht hier um Herzenshaltungen.

Im Hinblick beispielsweise auf das Thema Schmuck wird es sehr deutlich sichtbar das es Gott viel weniger auf den Schmuck selber ankommt als auf das Motiv das dazu führt den Schmuck zu tragen. 

Gott spricht hier und sagt folgendes zu seinem Volk:

Ezechiel/Hesekiel 16:11-13 Und ich schmückte dich mit Schmuck: ich legte Spangen um deine Handgelenke und eine Kette um deinen Hals, 12 und ich legte einen Reif an deine Nase und Ringe an deine Ohren und [setzte] eine prachtvolle Krone auf deinen Kopf. 13 So legtest du goldenen und silbernen Schmuck an, und deine Kleidung [bestand aus] Byssus, Seide und Buntwirkerei. Du aßest Weizengrieß und Honig und Öl. Und du warst sehr, sehr schön und warst des Königtums würdig.

Hier sehen wir das der Schmuck etwas positives, ja sogar etwas von Gott gewolltes und gegebenes war, er war ein Ausdruck von Gottes fürsorglicher Liebe für seine Braut Israel.

Doch wenig Später lesen wir im Buch des Propheten Hosea etwas vollkommen gegensätzliches im Hinblick auf den Schmuck Israels...

Hosea 2:14-15 ...Und ich mache sie (Israel) zum Gestrüpp, dass die Tiere des Feldes sie abfressen.- 15 Und ich suche an ihr heim die Festtage der Baalim, an denen sie ihnen Rauchopfer darbrachte und sich mit ihrem Ring und ihrem Halsgeschmeide schmückte und ihren Liebhabern nachlief; mich aber hat sie vergessen, spricht der HERR.

Was war hier passiert? War Gott jetzt auf einmal gegen das tragen von Schmuck? Warum war der Schmuck im Hesekiel etwas positives,- im Hosea aber eher negativ? Ich denke das es weniger der Schmuck war der positiv oder negativ war sondern viel mehr die Herzenshaltung, in der der Schmuck getragen wurde. 

Dieses sehen wir dann auch im Neuen Testament  im Bezug auf das tragen von Schmuck...

1. Timotheus 2:9-10 ebenso, daß auch [die] Frauen sich in würdiger Haltung mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung, 10 sondern [mit dem], was Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen, durch gute Werke.

oder...

1. Petrus 3:3-4 Euer Schmuck sei nicht der äußerliche durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, 4 sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen [Schmuck] des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr köstlich ist.

 

Auch hier sehen wir wieder,  dass unsere Zugehörigkeit zu Gott sich maßgeblich darin widerspiegelt wie und vor allem warum wir tun was wir tun. 

Warum tue ich was ich tue? Was ist mein Motiv hinter dieser oder jener Sache? Suche ich in allen Dingen Gott zu gefallen,- oder tue ich es für mein Ego, meine Kultur oder sonst welchen anderweitigen Gründen?

Wir als Christen sind dazu aufgerufen in allen Bereichen des Lebens einen Unterschied zu machen und anders zu sein als jene um uns herum die Gott nicht kennen, nicht lieben und nicht ehren.

So sagt Gott beispielsweise im Buch des Propheten Maleachi...

Maleachi 3:18 Und ihr werdet wieder [den Unterschied] sehen zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

Im neuen Testament lesen wir dann...

Römer 12:2 Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

          

Unter Beachtung dieser Aspekte erkennt man sehr leicht, dass die Kinder Gottes keine Gemeinschaft mit heidnischen Kulten und Ritualen haben sollen.

Das Ritzen der Haut und Tätowierungen gehörten schon immer zu solchen heidnischen Praktiken.

 

Im Laufe der Geschichte tauchten Tätowierungen immer wieder in Form heidnischer oder ritueller Symbole und Darstellungen auf. Nicht selten sind Tätowierungen Bestandteil religiöser Zeremonien oder Initiationsriten.

Deshalb besteht für mich kein Zweifel, dass wir als Kinder Gottes keine Malereien unter der Haut tragen sollen.

Wir sind Gottes auserwähltes Volk, ein königliches Geschlecht, ein heiliges Priestertum für unseren Gott.

Er hat gesagt: “Ich bin heilig und ihr sollt auch heilig sein“.

Heilig bedeutet abgesondert von allem anderen und ausgesondert für den Herrn. Deshalb heißt es ja auch im 5. Mose 14,1 gleich zuerst...

IHR SEID KINDER FÜR DEN HERRN, EUREN GOTT.

       

Vor vielen Jahren schon (es war ein heißer Sommertag im Freibad) sagte ich einmal zu meiner Frau Rebecca folgendes als ich die vielen tätowierten Menschen aller Altersgruppen sah:

"Pass auf Becci,- nicht mehr lange und wir werden diejenigen sein, die in der Masse der tätowierten als nicht-tätowierte besonders auffallen!"

Die Gegenwart zeigt deutlich das wir dort schon angelangt sind.

   

Und das nicht weil wir verächtlich auf andere blicken oder weil wir blinde Rebellion gegen gesellschaftliche oder kulturelle Trends betreiben sondern weil wir Christus lieben und in allen Dingen IHM gefallen wollen,- heilig und abgesondert wie eine Braut wartend auf ihren Bräutigam.


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Hartwig Henkel