06. April 2017

500 Jahre Reformation - 2017

Artikel: Sven Fricke

Text: Apg. 4:10-12

Topic: Reformation, Wahrheit, Treue

Zugehörig zur Predigt: Und es ist in keinem anderen das Heil!   vom 19. Juni 2016



Im Jahr 2017 feiern wir  das 500 jährige Jubiläum der Reformation. Der Begriff Reformation stammt vom lat. Wort  "reformatio" ab, was  „Wiederherstellung, Erneuerung“  bedeutet.  Reformation bezeichnet also im engeren Sinn eine kirchliche Erneuerungsbewegung welche in den Jahren 1517 - 1648  zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen (katholisch, lutherisch, reformiert) führte. 

Die Reformation wurde in Deutschland überwiegend von Martin Luther, in der Schweiz von Huldrych Zwingli und Johannes Calvin angestoßen. Doch weit mehr als das Verlangen von Menschen, war es der Gott der Bibel, der die Offenbarung, Wiederherstellung und Erneuerung seiner Wahrheit vorangetrieben hat. Gott selber hat durch das Wirken seines Heiligen Geistes, Männer wie Luther, Zwingli oder Calvin gebraucht um falsche, religiöse Systeme wie das des Katholizismus zu entlarven. Religiöse Machtapparate, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit vor den Menschen zu verbergen suchten, wurden enttarnt um letztendlich Gottes Wahrheiten im Volk Gottes wiederherzustellen. 

Das theologische Fundament der Reformation ist und bleibt das offenbarte Wort Gottes, gefunden in den 66 Büchern der Bibel. Auf diesem Fundament stehen die sogenannten Grundpfeiler der Reformationsbewegung welche sich aus den fünf Prinzipien


-              sola fide („allein durch den Glauben“), 

-              sola Scriptura („allein durch die Schrift“),

-              sola gratia („allein durch Gnade“),

-              solus Christus („allein Christus“) und

-              soli Deo Gloria („allein zur Ehre Gottes“) bilden. 


Man könnte meinen, dass diese wiederentdeckten Wahrheiten heute als sicher und unumstößlich gelten. Leider weht aber auch heute noch, genau wie damals ein heftiger Sturm religiöser Geister. Aufgeweichte Religionsgemeinschaften welche versuchen im Zeitalter des Pluralismus, Gottes Wahrheit zu relativieren und ihr den "Absolutheitsanspruch" abzusprechen, verschaffen sich zusehends Gehör um so ihre unheilvolle Saat im Deckmantel von "Großer Toleranz" zu streuen. Darüber hinaus macht sich eine weitgehende Akzeptanz eines theologischen und moralischen Relativismus und der daraus folgenden Anpassung an den Zeitgeist breit. Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass der Gehorsam den biblischen Wahrheiten gegenüber, stark vernachlässigt wurde. 

So heißt es Beispielsweise in dem *Grundlagentext "Rechtfertigung und Freiheit - 500 Jahre Reformation 2017" des Rates der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) aus dem Jahr 2014 auf Seite 51 unter der Überschrift - "solus Christus" (alleine Christus) 

"Die Reformatoren erinnern mit der Formel solus Christus an die

besondere Bedeutung und Exklusivität Jesu Christi.

Weil in Jesus Christus Gott umfassend und alle Menschen

meinend gehandelt hat, wird man sagen: »Christus allein«.

Luther betont: Jesus Christus ist allein das Lamm Gottes, das

die Sünde der Welt trägt. Calvin bekennt: »Unser ganzes Heil,

alles, was dazugehört, ist allein in Christus beschlossen.«

Und die erste Frage des Heidelberger Katechismus lautet in ähnlich exklusiver Weise: 

»Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben? 

Dass ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre.«

Aber ist diese Exklusivität Jesu Christi nicht anmaßend?

Wie kann man so auftreten und andere religiöse Gründe für ein

heilvolles Leben bestreiten? Heute, in der Situation des

religiösen Pluralismus, scheint eine derartige Position arrogant und ausgrenzend zu sein." 


Die EKD findet also die Exklusivität Jesu als alleinigen Retter aller Menschen arrogant, ausgrenzend und anmaßend. Weiter heißt es dann in dem selben Grundlagentext der EKD auf Seite 58 unter der Überschrift...

• "solus Christus" (alleine Christus)

• Gesellschaftliche Herausforderungen,- sich ehrlich begegnen.

Im Hinblick auf einen notwendigen Interreligiösen Dialog: 

"Die Herausforderung besteht darin, von Christus zu sprechen, aber so, dass dabei nicht der Glaube des anderen abgewertet oder für unwahr erklärt wird. So wie für den Christen das Gehören zu Christus der einzige Trost im Leben und im Sterben ist, so ja auch für den Anhänger der anderen Religion sein spezifischer Glaube. Dies darf auf beiden Seiten des Gespräches anerkannt werden." 

>>> "Die Herausforderung besteht darin, von Christus zu sprechen, aber so, dass dabei nicht der Glaube des anderen abgewertet oder für unwahr erklärt wird". <<<

Das ist also das Resultat des lauten Rufes und Strebens nach großer Toleranz unserer Zeit.

- ich darf demzufolge nach Ansicht der Religiösen Führer unserer Zeit, die Lüge in der mein Gegenüber lebt nicht mehr als Lüge bezeichnen und aus der Konsequenz daraus...

- darf ich dann auch nicht mehr die Wahrheit die Gottes Wort offenbart als Wahrheit benennen. 


Der Apostel Petrus hat uns eindringlich vor solchen Zeiten gewarnt indem er sagte:

2. Petrus 2:1 - Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die verderbenbringende Parteiungen heimlich einführen werden, indem sie auch den Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen. 

War denn unser Herr und Gebieter, welcher uns erkauft hat selber so tolerant wie es die EKD in ihrem Grundlagentext fordert? 

War Jesus wirklich so tolerant das ER sein Gegenüber in der Lüge zurückließ um den Frieden in seinen Dialogen zu bewahren?

Die Bibel spricht klar und deutlich eine andere Sprache als die EKD und der Rest des heutigen religiösen Machtapparates... 

Johannes 8:31-32 - Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Die Juden antworten ihm jetzt und sagen:

Johannes 8:33 - Wir sind Abrahams Nachkommenschaft und sind nie jemandes Sklaven gewesen. Wie sagst du: Ihr sollt frei werden?

Weiter in den folgenden Versen sagen sie das sie Abrahams Kinder sind und Gott zum Vater haben... (Vers 41) 

Johannes 8:41 - Sie sprachen nun zu ihm: Wir sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott. 


Die Toleranz Jesu müsste es jetzt nach Ansicht der EKD mindestens erfordern, diesen "Irrglauben" seiner Gesprächspartner nicht abzuwerten oder ihn für unwahr zu erklären!

Ist der Jesus der Bibel wirklich so tolerant und pluralistisch verseucht?

Die Antwort finden wir in den folgenden Versen... 

Jesus erwidert seinen Gesprächspartnern... 

Johannes 8:44 - Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

Was tut Jesus hier? Jesus blieb sich, der Wahrheit und dem Vater treu,- ungeachtet der Konsequenzen die so eine Treue zur Wahrheit für ihn persönlich bringen würde. Das Leben und Wirken unseres Herrn ist gekennzeichnet von Konflikten und Verfolgung um der Wahrheit willen. Der Punkt den wir als seine Jünger und Nachfolger, gerade in unserer westlichen, vom Wohlstand geprägten Welt lernen müssen ist der, dass wir gerufen sind, genau wie unser Herr und Meister, kompromisslos für die Wahrheit einzustehen und Verfolgung zu erdulden... denn der Knecht steht nicht über seinem Herrn,- haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen (Johannes 15:20)

Diese schmerzhafte Tatsache wollen viele Christen unserer Tage nicht mehr wahr haben. Die Kirchengeschichte belegt deutlich und eindrucksvoll die Wahrheit des Wortes Jesu aus Johannes 15:20. Durch die Jahrhunderte der Kirchengeschichte hindurch musste das wahre Christentum immer wieder Verfolgung um der Wahrheit willen erdulden. Diese Verfolgung kam damals wie auch heute weniger von "Ungläubigen", welche sich gegen den christlichen Glauben aufzulehnen versuchten als viel mehr von sogenannten "Gläubigen". Damals wie heute waren es religiöse Systeme die einen Stephanus zum ersten Märtyrer der neutestamentlichen Gemeinde machten. Diese religiösen Systeme mögen sich dann zwar im laufe der Geschichte in Aussehen, Form und gesellschaftlicher Akzeptanz gewandelt haben,- an Bosheit haben sie aber dennoch nichts verloren. 

Der englische Schriftsteller John Foxe ( * 1517 in Boston, Lincolnshire; † 8. April 1587 in London) beschreibt eindrucksvoll in seinem im Jahr 1563 erschienen Buch  „Acts and Monuments“, welches in Deutschland  eher als „Foxes Buch über die Märtyrer“ bekannt ist, mit welcher Brutalität und Kaltblütigkeit die Katholische Kirche die wahren Jünger Jesu verfolgt und geschlachtet hat. Diese Verfolgung geschah jedoch nicht unwillkürlich sondern aus der simplen Tatsache heraus, dass Gottes Geist, fast Zeitgleich zu der Reformation in Deutschland und der Schweiz, auch in England angefangen hat, die alten Wahrheiten des Wortes Gottes wiederherzustellen. Unter der Führung von Gottes Geist haben einfache Menschen (meist Bauern und Arbeiter) angefangen für Gottes Wahrheit einzustehen und haben dieses dann auf dem Scheiterhaufen mit ihrem Leben bezahlt. Es waren Wahrheiten, die wir heute für so selbstverständlich halten,- die aber mit dem kostbaren Blut von Gottes Märtyrern "versiegelt" wurden. 

Jetzt könnte man vielleicht Fragen: Was hat das aber alles mit dem 500 jährigen Jubiläum der Reformation 2017 zu tun? Sehr viel! Es ist überall erkennbar wie diese "wiederentdeckten" und "erneuerten" Wahrheiten der Reformationsbewegung erneut angegriffen werden. Und wie damals, sind es auch heute religiöse Systeme die alles versuchen um diese "wiederentdeckten" und "erneuerten" Wahrheiten zu relativieren und zu entkräften. Die EKD bezeugt dies eindrucksvoll in ihrem Grundlagentext. Genauso auch die ganzen ökumenischen Zusammenschlüsse vieler Religionsgemeinschaften. Unter dem Ruf nach Toleranz und einem völlig falsch verstandenen Bestreben nach einer falschen Einheit suchen erschreckend viele religiöse Führer unserer Zeit eine Einheit von Dingen herzustellen die Gott in seinem Wort von Anfang an als Unvereinbar erklärt hat. Der Katholizismus ist mit dem wahren Christentum der Bibel genau so wenig vereinbar wie es der Gott der Bibel mit dem Islam ist. Dennoch sind die Bemühungen zu interreligiösen Dialogen und zur großen Ökumene, gerade im Hinblick auf das 500 Jährige Jubiläum der Reformation ungebrochen stark. Und um nicht anzustoßen und Ärger zu vermeiden, versucht man dann ein Evangelium zu predigen, welches den "Stein des Anstoßes" (Jesus Christus) nicht mehr enthält. Leider haben viele vergessen, dass ein Evangelium ohne Jesus Christus kein Evangelium mehr ist. Es ist vielleicht noch irgendeine Botschaft... aber es ist dann nicht mehr Gottes Kraft zur Errettung dessen der da Glaubt! Römer 1:16

Das Evangelium Jesu Christi macht entweder Neubekehrte oder Feinde!

Tut es das nicht, ist es nicht das Evangelium des Herrn Jesus! 

Das hat natürlich zur Konsequenz, dass es damit jedem Bestreben nach Toleranz, Akzeptanz und Frieden in interreligiösen Dialogen den Boden entzieht auf dem man sich zu treffen versucht. Der einzige Grund und Boden der uns bleibt ist der, von dem Jesus sprach als er von dem Haus redete, welches auf festen Fels gegründet ist,- sein Wort. (Matthäus 7:24)

Es wird immer deutlicher, dass das 500 jährige Jubiläum der Reformation ein Jubiläum ist welches uns daran erinnern muss, das wir damals wie heute einen Kampf zu kämpfen haben um den uns ein für allemal überlieferten Glauben zu verteidigen und zu bewahren. (Judas 1:3) 

Damals zu Zeiten Jesu, wie auch im 15. Jahrhundert und heute im 21. Jahrhundert ist das Kriegsfeld auf dem wir stehen kein geographisches mehr, wo wir gegen Fleisch und Blut kämpfen. Es ist das selbe geistliche Kriegsfeld wie eh und je auf dem wir gegen die Begierden des Teufels,- des Vaters der Lüge kämpfen. Diese Verführung der letzten Tage durch das Infragestellen der Wahrheit Gottes ist einer der gewaltigsten Angriffe Satans!

Es ist eine Entfesselung aller seiner dämonischen Kräfte mit dem Ziel Gottes Wahrheit zu entkräften, zu relativieren und zu verdrehen.

Deshalb sollten wir, die wir uns bibeltreue Christen nennen vor dem Hintergrund des 500 jährigem Jubiläums der Reformation im Jahr 2017 umso inständiger, leidenschaftlicher und entschlossener für den Glauben kämpfen und den uns gegeben Stand zuversichtlich einnehmen, indem wir mutig bezeugen...

Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen als in dem Namen Jesus Christus alleine (solus Christus).         Apostelgeschichte 4:12

    

Epheser 4:5-6 - Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 6 ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist 

 


*Anmerkung: Der Grundlagentext "Rechtfertigung und Freiheit - 500 Jahre Reformation 2017" des Rates der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) wird einzig im Zusammenhang mit diesem Artikel und der Predigt (Und es ist in keinem anderen das Heil! - Sven Fricke vom 19. Juni 2016) hier veröffentlicht und spiegelt darüber hinaus nicht unsere Ansichten wieder.


Webseite durchsuchen  

Spenden  

Impressum  

Gästebuch  

Hartwig Henkel